URSPRUNG : Italien.

                                                                                                                                                          
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN
OFFIZIELLEN STANDARDS : 21. 05. 2007.


VERWENDUNG : Wach-, Schutz-, Polizei-, und Fährtenhund.


KLASSIFIKATION FCI:

Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer,
Molosser und Schweizer Sennenhunde.
Sektion 2.1 Molosser, Doggenartige Hunde.
Ohne Arbeitsprüfung.


KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:

Der Corsohund ist ein direkter Nachkomme der römischen Molosser. Früher überall in
Italien vorhanden, war er in den letzten Jahren nur noch in Apulien
und in den angrenzenden süditalienischen Provinzen vertreten. Sein
Name leitet sich vom lateinischen « cohors » ab, was « Hüter,
Verteidiger von Haus und Hof » bedeutet.


ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

Mittelgrosser bis grosser Hund, rüstig, kräftig gebaut, dennoch elegant. Seine klaren
Umrisslinien stellen seine mächtigen Muskeln plastisch dar.


WICHTIGE PROPORTIONEN:

Der Corsohund ist etwas länger als hoch. Die Länge des Kopfes erreicht 36% der Widerristhöhe.


VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):                                                                                                                     

Wächter von Haus und Hof, der Familie und der Viehherde; in der Vergangenheit wurde
er zur Bewachung der Rinderherden und auch zur Grosswildjagd verwendet.


                                                                                                                                                                                             Kopf:

Breiter, typisch molossoider Kopf; die oberen Begrenzungslinien
von Schädel und Fang sind leicht konvergierend.

OBERKOPF :

Schädel: Breit; auf Höhe der Jochbogen entspricht oder übertrifft die
Breite des Schädels seine Länge. Die konvexe vordere Schädelpartie
wird von der Stirne zum Hinterhaupt hin bedeutend flacher. Die mittlere Stirnfurche ist zu erkennen.
Stopp: Ausgeprägt.


GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm: Schwarz und geräumig mit weiten, gut geöffneten
Nasenlöchern. Er ist in der Linie des Nasenrückens gelegen.
Fang : Wesentlich kürzer als der Schädel, in einem Verhältnis von
ungefähr 1:2; er ist kräftig, quadratisch und fast ebenso breit wie
lang; seine Vorderfront ist flach; die Seitenflächen des Fangs
verlaufen parallel. Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade.
Lefzen: Die Oberlefze ist mässig überhängend und bedeckt den
Unterkiefer, womit die untere Begrenzungslinie des Fangs durch die
Lippen gebildet wird.
Kiefer / Zähne: Kiefer sehr breit, dick, mit gebogenen Kieferästen.
Leichter Vorbiss. Zangengebiss zulässig, aber nicht erwünscht.
Augen: Mittelgross, eirund, gerade nach vorn blickend, leicht
vorstehend. Die Augenlider sind gut am Augapfel anliegend. Die
Farbe der Iris ist je nach Farbe des Haarkleides so dunkel wie
möglich. Ausdruck lebhaft und aufmerksam.
Ohren: Dreieckig, hängend, mit einem breiten Ansatz hoch oberhalb
der Jochbogen. Sie werden oft in Form eines gleichseitigen Dreiecks
kupiert.


HALS :

Kräftig, bemuskelt, gleich lang wie der Kopf.


KÖRPER:

Die Länge des Körpers übertrifft leicht die
Widerristhöhe. Er ist kräftig gebaut, aber nicht untersetzt.
Widerrist: Ausgeprägt, höher gelegen als die Kruppe.
Rücken: Geradlinig, stark bemuskelt und straff.
Lenden : Kurz und fest.
Kruppe: Lang und breit, sanft abfallend.Brust: Die Brust ist in den drei Dimensionen gut entwickelt und reicht bis zu den Ellenbogen.


RUTE:

Ziemlich hoch angesetzt, an der Wurzel sehr dick.Die Rute wird auf Höhe des vierten Schwanzwirbels kupiert. In der Bewegung wird die Rute hoch getragen, aber niemals aufrecht oder geringelt.


GLIEDMASSEN

VORDERHAND :
Schulter: Lang, schräg, stark bemuskelt.
Oberarm: Kräftig.
Unterarm : Gerade, sehr kräftig.
Vorderfubwurzelgelenk und Vordermittelfub : Elastisch.
Vorderpfoten : Katzenpfoten.


HINTERHAND :

Oberschenkel: Lang, breit, hinterwärts konvex.
Unterschenkel: Kräftig, nicht fleischig.
Sprunggelenk: Mässig gewinkelt.
Hintermittelfub : Dick und sehnig.
Hinterpfoten : Etwas weniger kompakt als die Vorderpfoten.


GANGWERK:

Schritt bodenweit; Trab ausgreifend; der Trab bleibt die bevorzugte Bewegungsart.


HAUT :

Ziemlich dick, am Unterhautbindegewebe gut anhaftend.

HAARKLEID

Haar: Kurz, glänzend, sehr dicht, mit dünner Unterwolle.
Farbe: Schwarz, bleigrau, schiefergrau, hellgrau, hell falbfarben;
hirschrot, dunkel falbfarben; gestromt (Streifen auf verschieden
nuancierter falbfarbener oder grauer Grundfarbe).                                                                                     Falbfarbene und gestromte Hunde haben eine schwarze oder graue Maske, die sich auf den Fang beschränkt und nicht weiter als die Augenlinie reichen soll. Ein kleiner weisser Fleck auf der Brust, an
der Spitze der Pfoten und auf dem Nasenrücken ist zulässig.

FEHLER:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss
als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem
Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen
Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu
beachten ist.


SCHWERE FEHLER :

· Parallelismus oder ausgesprochene Konvergenz der oberen                                                                                      Begrenzungslinien von Schädel und Fang; Seitenflächen des Fangs konvergierend.
· Nasenschwamm teilweise depigmentiert.
· Scherengebiss; betonter Vorbiss.
· Aufrecht getragene oder geringelte Rute.
· Beim Traben beständig im Passgang.
· Ober- oder Untergrösse.


DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:

· Aggressive oder űbermässig ängstliche Hunde
· Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder
  Verhaltensstőrungen aufweisen, műssen disqualifiziert werden.
· Divergenz der oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang.
· Total depigmentierter Nasenschwamm.
· Nasenrücken eingesunken oder Ramsnase.
· Rückbiss.                                                                                                                                                                              · Partielle oder komplette Depigmentierung der Augenlider;
  Glasauge; Schielen.
· Rutenlosigkeit; Stummelrute (kupiert oder nicht).
· Haar halb lang oder ganz kurz; Haarkleid befedert.
· Alle im Standard nicht beschriebenen Farben; ausgedehnte weisse Flecken.

N.B.

· Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
  aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
· Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch
  gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.


Quelle: FCI - Standard Nr. 343